Martin Schoeller: Up Close

Veröffentlicht am: 23.10.2018

Er hatte sie alle vor der Linse: von Cate Blanchett, Christopher Walken, Dolly Parton und George Clooney über Rihanna und Willem Dafoe bis Barack Obama und Donald Trump. Martin Schoeller, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Porträtfotografen, fertigt seit über zwanzig Jahren unverwechselbare Nahaufnahmen von Ikonen aus Politik, Sport, Film und Musik – in Szene gesetzt in hellem, erbarmungslosem Licht. Mit den Serien „Close Up“, „Portraits“, „Identical“, „Transgender“ und „Female Bodybuilder“ präsentiert die Galerie OstLicht von 31.10. bis 22.12.2018 das Werk von Martin Schoeller erstmals in Österreich.
In der international gefeierten Serie „Close Up“ stehen uns die Porträts bekannter Persönlichkeiten, gleichsam intim und ungeschützt, Auge in Auge als überdimensionale Blow-ups unmittelbar gegenüber. Martin Schoeller inszeniert seit den 1990er-Jahren die Gesichter seiner Modelle als spektakuläre Nahaufnahmen in stets identer Weise: Er misst die Augenhöhe und positioniert die Kameralinse auf selber Höhe; statt eines Blitzgeräts verwendet er weiches Neonlicht und erzeugt so die für seine Porträts charakteristischen „Katzenaugen“. Durch die bedingungslose Regie des Künstlers geben die Porträtierten das Zepter der Selbstinszenierung aus der Hand. Nichts bleibt im Verborgenen: Jede Falte, jedes Muttermal steht frei zur Betrachtung, individuelle Charakteristika werden bis zur Hyperrealität überspitzt.
Dennoch gibt es kaum Stars, die nicht bereits vor Schoellers Kamera Platz genommen haben. Von Angela Merkel über Valentino bis zu Paris Hilton akzeptieren sie alle die kompromisslosen Regeln, die Schoellers Stil einzigartig machen. Mit dem minimal erlaubten Einsatz von Make-up und der Vereinheitlichung von Kameraperspektive und Lichtsetzung kennzeichnet seine Praxis zudem eine nivellierende und demokratische Geste: Es gelten gleiche Regeln für alle.
Schoeller fotografiert nicht ausschließlich Celebreties. Mit klarer und schnörkelloser Ästhetik porträtiert er in „Transgender“ Menschen, die sich im Stadium der Geschlechtsumwandlung befinden, oder in „Female Bodybuilder“ Wettkämpferinnen, die mit ihren stählernen Muskeln nahezu büstenhaft anmuten. Die Werkgruppe „Identical“ zeigt Porträts von Zwillingspaaren und setzt eine faszinierende Auseinandersetzung mit der Frage nach Einzigartigkeit in Gang. Die farbintensiven Szenerien der Serie „Portraits“ spielen wiederum mit dem Image und anhaftenden Klischees von Berühmtheiten und positionieren diese in einem bis ins kleinste Detail geplanten Setting: Bill Murray beim Golf spielen in einem Hotelzimmer, Elon Musk mit seinen fünf Söhnen in einer Autowerkstatt oder Marina Abramović in der U-Bahn inmitten nackter Passagiere.

Foto: Rihanna, 2007, aus der Serie „Close Up“; © Martin Schoeller

Kommentar

No risk – no fun

Es tut sich einiges in der Druck- und Verpackungs- industrie in Österreich in Bezug auf neue Investitionen und Vor- reiterdenken. So gab es in den letzten Wochen eine ganze Reihe interessanter Installationen, die durchwegs zeigen, dass nicht mehr ausschließlich in Maschinen, sondern in Prozesse und Konzepte investiert wird.

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