NÖP setzt auf Akzidenz- anstatt Zeitungsdruck

Veröffentlicht am: 18.06.2014

Was schon seit Wochen in der Branche hinter vorgehaltener Hand diskutiert wurde, hat sich nun offiziell bestätigt. Das Niederösterreichische Pressehaus wird in Zukunft die NÖN nicht mehr im Hause drucken sondern drucken lassen. Und zwar von der Mediaprint. Bis zuletzt rangen die Taus-Gruppe und die Mediaprint um diesen Auftrag. Der Grund für diese Entscheidung? Zum einen gäbe es genug Kapazitäten in Österreich, die man jetzt nutzen wolle. Man verzichtet damit auf eine neue Investition in eine Zeitungsdruckmaschine, die notwendig gewesen wäre.

Die Burgenländische Volkszeitung (BVZ) wird bereits seit 1. April 2014 bei der Mediaprint gedruckt. Alle weiteren Zeitungsprodukte (u.a. auch die NÖN) werden ab 1. September 2014 folgen. Für ca. 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Druckerei- und Verlagsbereich wurde gemeinsam mit dem NP-Betriebsrat ein Sozialplan erarbeitet.

Der Druckstandort soll nun mit Schwerpunkt Akzidenzen ausgebaut werden Um ihre Marktposition in Österreich weiter zu stärken, arbeitet man nun an einem Strategie- und Investitionsprogramm im Akzidenzbereich. Geschäftsführer Ing. Gerhard Schmidrathner: „Wir glauben an den Druckstandort Österreich trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie gegenüber Nachbarländern deutlich höherer Personalkosten und fokussieren uns in unserer strategischen Ausrichtung auf das Kerngeschäft Akzidenzdruck.“ In erster Linie wird es um eine Ersatzinvestition für eine in die Jahre gekommene 48-Seiten-Lithoman-Anlage gehen. Zurzeit sind eine weitere 48-Seiten-Maschine und zwei 16-Seiten-Anlagen in Betrieb.

Trotz der drucktechnischen Auslagerung der eigenen Zeitung wird im redaktionellen Bereich weiter kräftig investiert. So wolle man mit den Niederösterreichischen Nachrichten weiterhin auf Qualität in der Nachrichtengestaltung setzen und stellt gegen den derzeitigen Trend in der Branche ab 1.7.2014 23 zusätzliche Redakteurinnen und Redakteure ein nach den Anforderungen des neuen Kollektivvertrages für Journalistinnen und Journalisten bei Tages- und Wochenzeitungen. Geschäftsführer Prof. Harald Knabl dazu: „Wir wissen aus unseren Marktforschungen, dass Regional- und Lokalnachrichten der Marke NÖN wertvoll und begehrt sind, wissen aber auch, dass diese einen weiteren Qualitätsschub erfahren müssen. Wir glauben, dass wir das mit einem Mehr an fix angestellten Redakteurinnen und Redakteuren besser bewältigen können. Auch bekennen wir uns zum Kollektivvertrag und heben uns damit von der Gratiszeitungsszene ab, die sich nach wie vor weigert, diesen doch teuren Kollektivvertrag zu bezahlen.“

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