KBA-Hauptversammlung beschließt neue Unternehmensstruktur

Veröffentlicht am: 26.05.2015

Auf der 90. Hauptversammlung der Koenig & Bauer AG (KBA) standen nicht nur die Erläuterung der Unternehmenszahlen für das Geschäftsjahr 2014 und das erste Quartal 2015 sowie der aktuelle Stand des Restrukturierungsprogramms Fit@All, sondern auch die Entscheidung der Aktionäre über die vorgeschlagene gesellschaftsrechtliche Änderung der Konzern- und Führungsstruktur sowie personelle Wechsel aufseiten der Anteilseigner im Aufsichtsrat auf der Tagesordnung.

 
In seiner Rede vor den Aktionären betonte der Vorstandsvorsitzende Claus Bolza-Schünemann die Vorteile einer dezentralen Unternehmensstruktur. Diese sieht die Umwandlung der Muttergesellschaft KBA in eine Management-Holding vor, nach Ausgründung von vier operativen Tochtergesellschaften für die Geschäftsbereiche Digital & Rolle (KBA-Digital & Web Solutions), Bogen (KBA-Sheetfed Solutions), Wertpapier (KBA-NotaSys) und Produktion (KBA-Industrial Solutions). Die Gesellschaften erhalten die Rechtsform einer AG & Co. KG mit der Muttergesellschaft und Holding Koenig & Bauer AG als alleinigem Komplementär. Der Vorstand der Holding wird von sechs auf drei Mitglieder verkleinert. Im Vorstand verbleiben neben dem Vorsitzenden Claus Bolza-Schünemann der Finanzvorstand Dr. Mathias Dähn und der für die Restrukturierung zuständige Vorstand Dr. Andreas Pleßke. Die drei anderen Vorstände Michael Kummert, Christoph Müller und Ralf Sammeck werden für ihre Bereiche Geschäftsführer der neuen Gesellschaften. Hinzu kommt Lothar Hohmann als Geschäftsführer für den Wertpapierbereich in Würzburg. Die neue Struktur tritt rückwirkend zum 1. Januar 2015 in Kraft.
 
Keine Dividende für 2014, aber positive Ergebnisprognose
Die Umsetzung Restrukturierungsprogramms Fit@All ist fast abgeschlossen, inklusive der im Dezember 2013 angekündigten Personalanpassung um rund 1.500 Stellen.
Angesichts des mit +5,5 Millionen Euro vor Steuern (EBT) und +0,3 Millionen Euro nach Steuern für eine Ausschüttung nicht ausreichenden Konzernergebnisses 2014 und des aus dem Vorjahr noch vorhandenen Bilanzverlustes bei der Koenig & Bauer AG konnte der KBA-Chef den Aktionären keinen Dividendenvorschlag unterbreiten. Er bestätigte aber angesichts des guten Auftragseingangs im ersten Quartal und der aktuell deutlich verbesserten Projektlage seine Prognose für das Gesamtjahr 2015 mit einem Konzernumsatz von gut einer Milliarde Euro und einer EBT-Rendite von bis zu 2 Prozent. Mittelfristig strebe KBA nach Beschluss der Restrukturierung im Konzern eine EBT-Rendite von 4 bis 6 Prozent an. Aufgrund der unterschiedlichen Wettbewerbssituation liegen die EBT-Ziele für Sheetfed und Digital & Web unter denen für die Spezialmärkte, bei denen KBA auf einigen Feldern Marktführer ist.
 
Transformation des Produktportfolios geht weiter
Zur Erreichung der mittelfristigen Ziele will KBA das Produktportfolio für Wachstumsmärkte wie den Digital- und Verpackungsdruck erweitern, gezielt in wachsenden Regionalmärkten expandieren, das Servicepotenzial der installierten Maschinenbasis besser ausschöpfen und neue industrielle Nischenanwendungen wie z. B. den digitalen Dekordruck forcieren. Dort konnte KBA als Neueinsteiger mit seinen bis zu 2,25 Meter breiten High-Volume Inkjet-Rotationen bereits erste Bestellungen verbuchen. Darüber hinaus arbeitet man mit HP bei einer bis zu 2,8 Meter breiten Digitalrotation für Wellpappenverpackungen zusammen, die im vierten Quartal im Würzburger Werk vorgestellt werden soll.
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