Ernst Nagel insolvent und auf Investorensuche

Veröffentlicht am: 19.06.2013

Die Ernst Nagel GmbH stellte Ende letzter Woche beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenzantrag. Betroffen sind rund 30 Mitarbeiter.

 

Die Suche nach einem strategischen Partner als Investor ist dem Vernehmen nach aufgenommen worden. „Der Geschäftsbetrieb wird weitergeführt und soll in Zuge des Insolvenzverfahrens so umstrukturiert werden, dass er dauerhaft erhalten bleibt“, so der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Wolfgang Bilgery von der Kanzlei Grub Brugger. Grund für die Insolvenz sei der Auftragseinbruch in Deutschland seit Jahresbeginn, der auch durch den guten Auftragseingang aus dem Ausland nicht ausgeglichen werden konnte. Mit einem Exportanteil von aktuell über 70 Prozent stehen die Vorzeichen für eine Fortführung und erfolgreiche Umstrukturierung des Unternehmens gut. Das Traditionsunternehmen in Stuttgart, das bereits 1920 von Ernst Nagel gegründet wurde, befindet sich noch heute im Besitz der Nachfahren. Das Unternehmen zählt zu den führenden Herstellern von Maschinen für die Druckweiterverarbeitung und die Buchbinderei. Nagel-Maschinen zeichnen sich insbesondere durch ihre Vielseitigkeit und Langlebigkeit aus. Service und Vertrieb erfolgen über Vertriebspartner. In Deutschland ist Ernst Nagel mit seinen Vertragshändler flächendeckend vertreten. Weltweit übernehmen in über 90 Ländern regionale Vertriebspartner den Verkauf und den Service der Produkte.

In Österreich ist das übrigens die Firma Ammerer, die uns auf Anfrage mitteilte, dass man als jahrzehntelanger Nagel-Vertriebspartner in Österreich entgegen dem deutschen Trend die Umsätze mit Ernst Nagel im Vergleichszeitraum hierzulande deutlich erhöht hatte. Das, obwohl das Segment der Rill- und Perforiergeräte wegfiel, da dieses zu 100 Prozent durch die Touchline-Produktfamilie von Eurofold-Multigraf abgedeckt wird. Bei Ammerer hoffe man auf einen Fortbestand des traditionsreichen Lieferwerks.

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