Koehler feiert erste Produktion der PM8

Veröffentlicht am: 29.10.2019

Alle haben darauf hingearbeitet und dann war es soweit: Die Papiermaschine am Standort Kehl produzierte am 22.10.2019 ihre erste Papierrolle. Ein historischer Tag für das Traditionsunternehmen Koehler auf seinem Weg in die Zukunft. „Wir sind stolz auf alle, die mit uns zusammen auf diesen Moment mitgewirkt haben“, sagt Kai Furler, Vorstandsvorsitzender der Koehler Group. Die neue Papiermaschine 8 hat gerade den ersten Tambour produziert. Damit geht eine längere Bau- und Planungsphase zu Ende, die mit internen Vorstudien bereits im Februar 2017 begann. Furler freut sich darauf, den Markt für flexible Verpackungspapiere nun mit voller Kraft erobern zu können.
Auch für den technischen Vorstand, Dr. Stefan Karrer ist es ein alles andere als gewöhnlicher Tag. Er war maßgeblich in Planung und Durchführung des Bauprojektes mit einem Investitionsvolumen von 300 Millionen Euro zuständig und weiß, wie viel Arbeit darin steckt. „Was alle Beteiligten geleistet haben, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden“, sagt er deshalb auch. „Es ist ein weiterer Quantensprung für das Unternehmen.“
Dass man sich als mittelständisches Familienunternehmen eine den zukünftigen technologischen Herausforderungen angepasste Papiermaschine und Streichmaschine auf die grüne Wiese setzen kann, kommt nicht oft vor. Die 150 Meter lange Papiermaschine hat eine Arbeitsbreite von 4,2 Metern und erreicht Geschwindigkeiten von 1.500 Meter pro Minute. Ihr Herzstück ist ein Yankee-Zylinder mit einem Durchmesser von über 7,3 Metern, der weltweit größte seiner Art. Er gibt dem Papier eine einzigartige Glätte, die für die Weiterverarbeitung von großer Bedeutung ist.
Koehler wird die Papiermaschine nutzen, um Papiere für flexible Verpackungen zu produzieren. „Wir schlagen ein neues Kapitel in der Koehler-Geschichte auf“, sagt Furler, der selbst Teil dieser Geschichte ist. Er repräsentiert die achte Generation der Familie. Koehler wird Standardprodukte im Bereich der gestrichenen und ungestrichenen Papiere produzieren, wie sie in Verbundstoffen für Beutel, Sachets und andere Anwendungen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus beginnt man die Produktion von Barrierepapieren, die Plastik in Verpackungen ersetzen werden, wo das möglich und sinnvoll ist. Damit setzt Koehler auch weiterhin auf seine Expertise, Papier durch den Auftrag von funktionaler Beschichtung in seinem Wert zu erhöhen und in seiner Funktion zu erweitern. Die ersten Schritte machte Koehler mit dem Selbstdurchschreibepapier bereits vor über 50 Jahren. Mit der Produktion von Thermopapier seit Mitte der 1980er Jahre wurde diese Fähigkeit weiter ausgebaut.
Koehler hat deshalb nicht nur eine neue Papiermaschine gebaut, sondern auch eine neue Streichmaschine. „Wir haben ideale Voraussetzungen, um den Markt mit innovativen und nachhaltigen Produkten zu bedienen“, sagt Karrer, der darauf verweist, dass man die Forschung und Entwicklung intern und mit der TU Darmstadt vorantreibe. „Die Green Coating Collaboration, unser Labor auf dem Campus in Darmstadt, zeigt jetzt schon erste Ergebnisse.“

   
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