Abfallverbrennung baut Nanopartikel nicht ab

Veröffentlicht am: 18.12.2012

Was passiert eigentlich mit Nanopartikeln im Abfall? Dieser Frage ist ein Züricher Forschungsteam in einer Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) nachgegangen. Da die Partikel in der Schlacke steckenbleiben, fordern die Wissenschaftler jetzt die Entwicklung von abbaubaren Nanomaterialien.

 

Vom Menschen gefertigte Nanopartikel - etwa ein hunderttausendstel Millimeter kleine Teilchen - kommen in Sonnencremes, als Oberflächenschutz für Fassaden und sogar in Ketchup vor; hunderte neue Produkte sind in Entwicklung. Die Frage, was bei der Beseitigung der Partikel im Abfall geschieht, wird deswegen immer akuter.
Ein Team um den Materialforscher Wendelin Stark von der ETH Zürich hat dies nun untersucht. „Wir haben zwei mögliche Szenarien der Zukunft nachgestellt", so Stark. Im einen Fall würden große Mengen kleinster Partikel im Kehricht auftreten, im anderen als feinster Staub in die Gasphase des Verbrennungsofens der KVA entweichen.

Für den Versuch haben die Forscher große Mengen der Testsubstanz Ceroxid einmal dem normalen Kehricht beigemischt, einmal als gasförmiges Wassergemisch in die Brennkammern eingesprüht. Ceroxid ist ein für Mensch und Umwelt ungiftiges Material, das in Autokatalysatoren und Rußpartikelfiltern von Lastwagen und Baumaschinen eingesetzt wird. Spezialisten im Aufspüren winzigster Partikel analysierten hunderte Proben aus der KVA. Es stellte sich heraus, dass in der Abluft aus der Anlage so gut wie kein Ceroxid zu finden war: „Die Filter einer modernen Anlage halten die Nanopartikel hervorragend zurück", sagte Stark.

Weniger erfreulich sei, dass die meisten Partikel unverändert in der Schlacke auftauchten, die nach der Verbrennung übrig bleibt. In aller Deutlichkeit setzen sich die Forscher deshalb für mittelfristig abbaubare Nanopartikel ein, was eine Herausforderung für Universitäten und Industrie sei. Es gelte, ähnliche Probleme zu verhindern, wie sie mit anderen nicht-abbaubaren Produkten wie Ozonzerstörern, Plastikabfällen im Ozean oder Pestiziden entstanden sind. –„Vorausdenken ist hier sicher klüger", sagt Stark.
 

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