Scheufelen nimmt Produktion wieder auf

Veröffentlicht am: 09.07.2018

Nach fünfmonatigen intensiven Bemühungen ist es gelungen, die Fortführung der 1855 gegründeten Papierfabrik Scheufelen in Lenningen dank eines starken Investorenkonsortiums zu sichern.

Dank eines starken Investorenkonsortiums, bestehend aus Green Growth Fund 2 / Wermuth Asset Management, Nordia Invest und Scheufelen Equity Partners, nahm die neugegründete Scheufelen GmbH den Geschäftsbetrieb mit 100 Mitarbeitern am Anfang Juli wieder auf. Die Papierfabrik Scheufelen hatte Ende Jänner 2018 einen Insolvenzantrag stellen müssen. „Trotz vorübergehender Einstellung der Produktion Anfang April 2018 und der insolvenzbedingten Freistellung von nahezu 280 Mitarbeitern haben wir die Hoffnung und die intensiven Bemühungen für eine Fortführungslösung nie aufgegeben“, so der Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Dr. Tibor Braun aus Stuttgart. „Insbesondere das in Lenningen zur Marktreife entwickelte Scheufelen Graspapier und das entsprechende ganz besondere Produktions-Know-how waren Ansporn, alle Möglichkeiten für den Erhalt des Unternehmens auszuschöpfen.“
Mit dem aus aufgeschlossener Grasfaser und aus Zellstoff hergestellten Scheufelen Graspapier hatte man seit Mitte 2017 für eine kleine Revolution auf dem Papiermarkt gesorgt. Bei Scheufelen Graspapier handelt es sich um ein besonders nachhaltiges und kostengünstiges Frischfaserpapier mit massiven Einsparungen an Wasser-, Chemie- und Energiebedarf für die Rohfaser. Gegenüber Recyclingpapieren zeichnet es dadurch aus, dass bei Anwendungen im Lebensmittelbereich die dem Verbraucherschutz widersprechende Mineralölmigration aus Altpapieren vermieden wird. Grasfasern wachsen im Gegensatz zu Faserstoffen aus Holz aber auch innerhalb kürzester Zeit nach.
„Die großen internationalen Konsumgüterhersteller, aber auch viele andere Marktteilnehmer und vor allem Endkunden haben ihr großes Interesse an Scheufelen Graspapier trotz der schwierigen Situation des Unternehmens immer wieder unterstrichen“, so Geschäftsführer Stefan Radlmayr, der auch bei der Scheufelen GmbH künftig die Geschäfte leiten wird. „Das hat die Investoren ermutigt, auf den Entwicklungsvorsprung sowie das Können der Mitarbeiter als gute Grundlage für zukünftiges Wachstum bei Scheufelen zu setzen.“
Weiterhin produziert werden sollen die weltweit nachgefragten Scheufelen Premiumpapier-Produkte, insbesondere der hochweiße Verpackungskarton Phoenolux. Zukünftig wird man aber auf die Produktion von Bilderdruckpapieren verzichten, die von hohem Margendruck belastetet sind und letztlich Grund für die Insolvenz waren. Die Entwicklung und Markteinführung der Scheufelen Produkte werden auch zukünftig vom Packaging Campus Lenningen in Kooperation mit der Hochschule der Medien in Stuttgart und weiteren Partnern begleitet. Der innovative Packaging-Campus kann seine Aktivitäten in Lenningen nun verstärken, weitere Forschungs- und Technikumseinrichtungen rund um das Thema Ressourceneffizienz und alternative Faserstoffe sollen bald folgen.

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Kommentar

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Es tut sich einiges in der Druck- und Verpackungs- industrie in Österreich in Bezug auf neue Investitionen und Vor- reiterdenken. So gab es in den letzten Wochen eine ganze Reihe interessanter Installationen, die durchwegs zeigen, dass nicht mehr ausschließlich in Maschinen, sondern in Prozesse und Konzepte investiert wird.

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