Kolleg-Absolventen der Graphischen gegautscht

Veröffentlicht am: 30.10.2019

Ende Oktober fand an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien eine Gautschfeier statt, unterstützt von der Online-Druckerei druck.at. „Innovation braucht Tradition“, ist Emily Shirley, Geschäftsführerin von druck.at überzeugt und ließ sich sogar selbst als einer der „Ehren-Gäutschlinge“ in die Bütte werfen, in welcher die fertig ausgebildeten Drucker und Medientechniker seit jeher eine Art Wassertaufe erhalten.
33 Kornuten wurden nach zweijährigem Kolleg in ihren Berufsstand aufgenommen. Die Initiation begann mit dem feierlichen Einzug in den Innenhof der Graphischen: Gautschmeister, Direktor, Packer und Gehilfen in historischen Gewändern sowie Fahnenträger an der Spitze sorgten für eine würdige Atmosphäre. Zu der trug auch die musikalische Begleitung mit Bundes- und Europahymne bei. Höhepunkt war das Bad im fast ein Meter tiefen und zweieinhalb Meter breiten Fass inklusive zweimaligem Untertauchen. Als Reminiszenz an Gutenbergs Vertreibung des Teufels gehört zudem ein Schwammhalter zum Protokoll des Events. Symbolisch werden mit dem reinigenden Schwamm alle Sünden und Fehler während der Ausbildung weggewaschen.
„Das Bad in der Bütte markiere den Übergang vom Lehrling zum Gesellen“, erklärt Kurt Kölli, Abteilungsvorstand und Gautschmeister der Graphischen. Triefend nass, aber stolz, nahmen die frisch Gegautschten vom Gautschmeister Kölli den Gautschbrief mit Siegel und Schwämmchen entgegen. Die eineinhalbstündige Zeremonie hat auch einen ideellen Wert, zumal in der über 130-jährigen Geschichte der Graphischen schon Tausende gegautscht wurden. Faszinierend ist die alljährliche Feier auch für Unternehmen wie druck.at, worüber Kölli sich sehr freut: „Die Betriebe bekommen so einen direkten Draht zum Nachwuchs, und wir erfahren, welche Trends künftig dominieren werden.“ Geschäftsführerin Emily Shirley bestätigt das. Man profitiere enorm von der engen Verbindung zur Hochschule und auch von der durch Feiern wie das Gautschen lebendig gehaltenen Beziehung zur Vergangenheit. „Nur wer seine Herkunft kennt, kann seine Zukunft gestalten“, bringt sie es auf den Punkt.

Fotos: © Richard Rizk/Graphische

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