Heidelberg wechselt die Führungsspitze aus

Veröffentlicht am: 01.08.2012

Bernhard Schreier wird seinen Mitte 2013 auslaufenden Vorstandsvertrag nicht verlängern und das Unternehmen zum Jahresende 2012 verlassen. Er übergibt damit den Vorsitz des Unternehmens nach knapp 13 Jahren. Nachdem in den vergangenen Monaten wichtige strategische Weichenstellungen eingeleitet und zum Teil bereits umgesetzt wurden, um Heidelberg wieder auf einen nachhaltig profitablen Wachstumskurs zu bringen, und die Branchenmesse drupa im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 zum höchsten Quartalsauftragseingang seit vier Jahren geführt hat, haben Aufsichtsrat und Schreier jetzt den richtigen Zeitpunkt gesehen, um auch an der Unternehmensspitze neue Impulse zu setzen.

 

Als Nachfolger im Amt des Vorstandsvorsitzenden hat der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. September 2012 einstimmig Dr. Gerold Linzbach (56) berufen. Bernhard Schreier wird einen reibungslosen Übergang des Vorstandsvorsitzes gewährleisten und diesen Prozess bis Ende des Jahres begleiten. 

„Ich möchte mich bei Bernhard Schreier für seine unternehmerischen Leistungen in der Führung von Heidelberg bedanken. In seiner insgesamt 37-jährigen Karriere, und dabei 13 Jahre als Vorstandsvorsitzender, hat er das Unternehmen entscheidend mitgeprägt und es durch zwei schwere globalwirtschaftliche Krisen, verbunden mit einem dramatischen Strukturwandel in der Druckindustrie, geführt. Bernhard Schreier hat dazu beigetragen, Heidelberg gerade in den zuletzt sehr schwierigen Zeiten vom klassischen Druckmaschinenhersteller hin zu einem Lösungsanbieter und Dienstleister in der Printmedien-Industrie zu entwickeln“, so Robert J. Koehler, Aufsichtsratsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen AG. „Heidelberg ist Weltmarktführer und steht weltweit für Spitzentechnologie und Kundennähe. Wir freuen uns, mit Dr. Gerold Linzbach einen international erfahrenen Nachfolger gefunden zu haben, um die eingeleitete Neuausrichtung des Unternehmens und die Rückkehr in die Profitabilität weiter voranzutreiben. Dr. Linzbach verfügt über eine langjährige Führungs- und Kapitalmarktexpertise, die dazu beitragen wird, Heidelbergs Weg in der Zukunft erfolgreich fortzuführen.“

Dr. Gerold Linzbach (Jahrgang 1956) promovierte nach dem Universitätsabschluss als Diplom-Chemiker an der Universität Dortmund 1985 im Bereich Chemieingenieurwesen. Nach seinem Berufseinstieg als Leiter einer Forschungsgruppe beim DECHEMA Institut in Frankfurt kam er 1988 zu McKinsey und verantwortete bis 1991 verschiedene Projekte vorwiegend im Bereich der Prozessindustrie. 1991 wechselte er in die Unternehmensplanung der Hoechst AG, wo er später Leiter dieses Bereichs wurde. Während dieser Zeit war er Mitglied im Team „Aufbruch 94“, das die Grundlagen für die neue Firmenstruktur der Hoechst AG erarbeitete. Vier Jahre darauf übernahm er die Aufgabe des globalen CEO einer Business-Unit im Faserbereich der Hoechst AG (Trevira GmbH). 1999 begleitete Dr. Linzbach die Gründung von Aventis in führender Position und wurde danach bis 2003 globaler CEO und President der Celanese Acetate Gruppe mit Sitz in den USA. Von 2003 bis 2005 war er verantwortlich für die Textilfaserdivision INVISTA, ebenfalls in den USA. Am 1. März 2005 wurde Dr. Linzbach zum CEO/Vorstandsvorsitzenden der Holzmindener Symrise AG berufen und führte das Unternehmen Ende 2006 erfolgreich an die Börse und im März 2007 in den MDAX. Er verließ die Gesellschaft aus persönlichen Gründen Ende Juni 2009. Zuletzt leitete er als Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer die D+S Europe, beziehungsweise deren Folgegesellschaften in Hamburg, ein Unternehmen, das sich mit Communication- und Call Center Aufgaben beschäftigte.

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Kommentar

No risk – no fun

Es tut sich einiges in der Druck- und Verpackungs- industrie in Österreich in Bezug auf neue Investitionen und Vor- reiterdenken. So gab es in den letzten Wochen eine ganze Reihe interessanter Installationen, die durchwegs zeigen, dass nicht mehr ausschließlich in Maschinen, sondern in Prozesse und Konzepte investiert wird.

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