Neuer DIN SPEC 55700 Deinking-Standard

Veröffentlicht am: 02.08.2016

Mit der neuen DIN SPEC 55700 „Papier und Faserstoff – Prüfung der Deinkbarkeit für bedruckte Papierprodukte“ wird ein neuer Standard für die Papierbranche eingeführt. Er legt ein grundlegendes Prüfverfahren im Labormaßstab zur Deinkbarkeit bedruckter Papierprodukte mittels alkalischem, einstufigem Flotationsdeinking fest.

 
Unter Deinking versteht man die Entfernung der Druckfarbe aus dem Papier. Dabei handelt es sich um einen wichtigen Schritt bei der Aufbereitung von Altpapier zu neuem Papier. Gute Deinkbarkeit ist ein entscheidender Faktor in der Nachhaltigkeit des Papierkreislaufs. Das ist der Grund, weshalb ein Verfahren entwickelt wurde, das im Labor die üblichen Betriebsbedingungen unter standardisierten Bedingungen simuliert. So lässt sich die relative Belastung abschätzen, die ein Druckprodukt für eine Deinkinganlage bedeutet. Mit der neuen Methode lässt sich die Deinkbarkeit einzelner Druckprodukte einheitlich beurteilen. Kriterien sind Helligkeit und Sauberkeit des deinkten Faserstoffes, dessen Farbort auf der Grün-Rot-Achse, der Wirkungsgrad der Druckfarbenentfernung und die Verdunkelung des Entwässerungsfiltrats, welches in industriellen Deinkinganlagen im Kreislauf geführt wird und deshalb möglichst wenig belastet werden soll. 
Der neue Standard wurde von einer Arbeitsgruppe unter Federführung der INGEDE erarbeitet. Er basiert auf der langjährigen Erfahrung mit in Labors und in der Industrie verwendeten Testmethoden. Die INGEDE ist ein Industrieverband, dem derzeit 28 Papierfabriken mit Deinkinganlagen in Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Spanien und der Schweiz angehören. Die Gemeinschaft fördert die Forschung auf dem Gebiet des Deinkens. Sie arbeitet mit Forschungsinstituten und anderen für das Papierrecycling wichtigen Beteiligten zusammen. Dazu zählen auch Druckfarben- und Druckmaschinenherstellern, Papierverarbeitern und Hilfsmittellieferanten. 
Die DIN SPEC 55700:2016-08 kann beim Beuth Verlag bezogen werden. Das Dokument ist in englischer Sprache erschienen.
« voriger   |   nächster » « zurück

Kommentar

Was ist los beim Branchenprimus?

Jürgen Otto (59) wird zum ersten Juli 2024 neuer Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen AG. Er folgt damit auf Dr. Ludwin Monz, der sein Amt als Vorstandsvorsitzender zum Ablauf des 30. Juni 2024 auf eigenen Wunsch im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat niederlegt und aus dem Vorstand von Heidelberg ausscheiden wird.

Anzeige

Umfrage

Beeinflussen die Auswirkungen des Coronavirus Ihre Geschäftsentwicklung?

Ja, massiv
Etwas
Gar nicht
Keine Meinung