Heidelberg steigert Profitabilität

Veröffentlicht am: 28.02.2026

Heidelberg liegt nach neun Monaten im Geschäftsjahr 2025/2026 (1. April bis 31. Dezember 2025) im Rahmen der Erwartungen und hat seine Profitabilität stark gesteigert. Zudem treibt das Unternehmen seine strategische Transformation in neue, wachstumsstarke Geschäftsfelder weiterhin voran.

 

Nach drei Quartalen stieg der Umsatz trotz anspruchsvollem Umfeld auf 1.602 Millionen Euro und lag damit rund 6,1 Prozent über dem Vorjahreswert von 1.509 Millionen Euro, obwohl negative Währungseffekte in Höhe von rund 44 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen waren. Positiv entwickelten sich in diesem Zeitraum vor allem die Region Europa sowie das Maschinengeschäft im Verpackungs- und Etikettendruck. Das dritte Quartal lag mit 617 Millionen Euro um rund vier Prozent über dem Vorjahresquartal, somit konnte der Umsatz im bisherigen Geschäftsjahresverlauf von Quartal zu Quartal gesteigert werden. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) stieg nach neun Monaten signifikant auf 114 Millionen Euro, die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich deutlich auf 7,1 Prozent. Die Umsetzung der im Zukunftsplan vorgesehenen Personal- und Effizienzmaßnahmen zeigt spürbare Effekte. So konnten die Produktions- und Gesamtfunktionskosten gegenüber dem Niveau des Vorjahreszeitraums verbessert werden. Die Personalkostenquote ging im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres auf 36 Prozent zurück. Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2025/2026 erwartet das Unternehmen, dass die Personalkosten insgesamt unter dem Vorjahr liegen werden.
Der Auftragseingang lag nach neun Monaten bei 1.628 Millionen Euro und damit – unter Berücksichtigung des drupa-bedingt sehr starken Vorjahres – im Rahmen der Erwartungen. Im Berichtszeitraum wirkten sich Wechselkurseffekte mit rund 46 Millionen Euro deutlich negativ aus. Der Auftragseingang im dritten Quartal betrug 517 Millionen Euro. Positiv entwickelte sich insbesondere der Auftragseingang im dritten Quartal in der Region Americas mit einem Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Neue Wachstumsmärkte erschließen
Das Unternehmen setzt seine strategische Transformation trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds konsequent fort. Auf Basis seiner ausgeprägten Industrie- und Systemkompetenz erschließt das Unternehmen systematisch zusätzliche Märkte in den Bereichen Defense, Sicherheit, Energie, Ladeinfrastruktur sowie industrielle Systemlösungen. Zentraler Baustein dieser Entwicklung ist die Bündelung aller entsprechenden Aktivitäten unter der HD Advanced Technologies GmbH. Diese strategische Weiterentwicklung stärkt die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und eröffnet langfristige Wachstumsperspektiven. Der Umsatz im Segment Heidelberg Technology lag nach neun Monaten bei 42 Millionen Euro und damit leicht über dem Vorjahreswert. Auch wenn sich die Umsatzentwicklung derzeit noch moderat zeigt, bilden die eingeleiteten strategischen Maßnahmen die Grundlage dafür, dass Heidelberg Technology perspektivisch einen deutlich stärkeren Beitrag zum Gesamtgeschäft leisten wird. Insbesondere die kontinuierliche Erschließung neuer Industrien sowie der Aufbau skalierbarer Geschäftsmodelle stärken die Erwartungen hinsichtlich einer positiven Umsatzdynamik in den kommenden Jahren. „Mit den von uns angestoßenen Maßnahmen bestätigen wir unseren Wachstumsplan“, sagt Jürgen Otto, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen AG. „Heidelberg ist strategisch wie operativ sehr gut positioniert, um dies aktiv zu gestalten und zusätzliche Chancen in dynamischen Zukunftsmärkten zu nutzen.“

Kerngeschäft legt Fundament der Transformation
Parallel zur Erschließung neuer Geschäftsfelder entwickelt sich das Kerngeschäft robust. Im Segment Print & Packaging Equipment profitiert man von der starken Marktposition im Verpackungs- und Etikettendruck und legte beim Umsatz im Berichtszeitraum auf 804 Millionen Euro zu. Im Segment Digital Solutions & Lifecycle baut das Unternehmen seine Rolle als Systemintegrator weiter aus – mit hybriden Drucklösungen, Software- und Serviceangeboten innerhalb eines digitalen Ökosystems. Hier erzielte man nach neun Monaten einen Umsatz von 755 Millionen Euro. „Unsere Stärke liegt in der intelligenten Verbindung von Maschinen, Software und Service“, so Dr. David Schmedding, Vorstand Technologie und Vertrieb. „Mit dem gezielten Ausbau unseres Digitaldruck-Portfolios und neuen Hochleistungssystemen wie der Jetfire 75 schaffen wir zusätzliche Wachstumsperspektiven – sowohl im Kerngeschäft als auch darüber hinaus.“ Der Free Cashflow verbesserte sich nach drei Quartalen gegenüber dem Vorjahr auf minus 81 Millionen Euro, blieb jedoch aufgrund der Polar-Akquisition sowie Restrukturierungsaufwendungen im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich erwartungsgemäß noch negativ. Das Ergebnis nach Steuern wurde mit 17 Millionen Euro gesteigert, im Vorjahr waren es noch minus 42 Millionen Euro.

Jahresprognose trotz anspruchsvollem Umfeld bestätigt
Das Unternehmen bestätigt die Prognose für das Geschäftsjahr 2025/2026. Ein solider Auftragsbestand, laufende Effizienzmaßnahmen und die konsequente Umsetzung der Strategie bilden die Grundlage für das Erreichen der Ziele. Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und unter Berücksichtigung der Chancen und Risiken erwartet das Unternehmen, vorausgesetzt, dass das globale Wirtschaftswachstum nicht schwächer ausfällt, als von den Instituten prognostiziert, einen Umsatz in Höhe von rund 2.350 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025/2026 (2024/2025: 2.280 Millionen Euro). In Anbetracht der erheblichen Währungseffekte und der anhaltend schwachen gesamtwirtschaftlichen und unsicheren handelspolitischen Lage geht das Unternehmen davon aus, dass die bereinigte EBITDA-Marge eher im unteren Bereich der prognostizierten Steigerung auf bis zu acht Prozent liegen wird (Vorjahr: 7,1 Prozent).

Kommentar

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