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PRINT & PUBLISHING: Die aktuelle Ausgabe 02 2026

Veröffentlicht am: 12.05.2026

Sie ist da, die zweite Ausgabe von PRINT & PUBLISHING im Jahr 2026. Mit im Redaktionsgepäck eine Fülle von Informationen und Neuigkeiten aus der Branche. Unter anderem haben die Papier- und Wellpappeindustrie bilanziert. Die Energiepreise geben Anlass zur Sorge.

 

So manch aktuelle Beispiele aus der Welt der Zulieferindustrie stimmen nachdenklich… Fujifilm hat sich in den letzten Wochen beziehungsweise Monaten vollkommen überraschend von einigen Produktbereichen verabschiedet, sprich die Produktlinien werden sang und klanglos gestrichen. Das betrifft in erster Linie die JetPress 720 und 750, von denen übrigens auch einige Anlagen in Österreich stehen und deren Installationen teilweise noch nicht allzu lange zurückliegen. Da kann sich Frustration breit machen, wenn man erfährt, dass das gute Stück mit einigem Investitionsaufwand nur mehr bis 2030 serviciert wird. Erschwerend kommt hinzu, dass die Maschinen aufgrund der Einstellung auch am Gebrauchtmaschinenmarkt nichts mehr wert sind. Da kommt keine Freude auf bei den Anwendern, die sich zwangsläufig bald um Ersatzanlagen umsehen müssen. Ähnliches wurde vor wenigen Tagen für den Bereich WideFormat angekündigt, der komplett eingestellt wird. Und da gibt es auch eine entsprechende Kundenbasis weltweit.
Dem Vernehmen nach hat die Konzernzentrale in Japan auch die eigenen Mitarbeiter in Europa mit diesen Entscheidungen überrumpelt und ihnen diese praktisch über Nacht mitgeteilt. Man kann sich vorstellen, wie schwierig es sein muss, solche Nachrichten dann auch seine Kunden zu übermitteln, wo es oftmals eine über Jahre aufgebaute Vertrauensbasis gibt.
Es stellt sich die Frage, wie man als Kunde mit solchen Entscheidungen umgehen soll. Klagen dauern in der Regel sehr lange, kosten Zeit und vor allem viel Geld. Eine Möglichkeit wäre schon, dass sich einige Kunden zusammentun um gemeinsam vorgehen. Stichwort VW-Dieselskandal. Auf jeden Fall ist die Situation höchst unfair, da es sich hier um laufende Investitionen handelt, die wohl auch mit Bankenunterstützung durchgeführt werden und von den Kunden nicht von heute auf morgen verändert werden können. Mit Sicherheit sind hier die letzten Worte noch nicht gesprochen…

Vom Digitaldruck zum Offsetdruck. Nicht minder schwer wird die Zukunft für manroland-Bogenoffsetkunden. Mit der Entscheidung, dass der Betrieb in Offenbach stillgelegt und damit eine Traditionsmarke der Branche verloren geht, ist wohl die Ersatzteilversorgung und Service der weltweit rund 6.200 Maschinen ein brennendes Thema. Tony Langley meinte kürzlich, dass man einen Weg finden wolle, mit Dritten eine Lösung für diese Situation zu finden. Heidelberg und Koenig & Bauer würden sich für das Servicegeschäft interessieren und es werde intensiv verhandelt. Für Kunden heißt es also warten, bis die Situation (hoffentlich bald) geklärt ist. Apropos Heidelberg: Da gibt es noch den Punkt, was nun mit den geplanten Großformataktivitäten passiert. Auf Nachfrage erklärte man uns, dass es aufgrund der laufenden rechtlichen Prozesse, keine Aussage dazu gemacht werden kann. Die Presseaussendungen von Langley zum Thema manroland sind kläglich bis unkompetent… anders hingegen die Aussendungen des Unternehmens, wenn das Langley Team wieder eine Regatta gewinnt. Da gibt es dann alles: Kommunikation, Videos, Interviews… das ganze Programm...

Herzlichst Ihr
Michael SEIDL
m.seidl@europeanmediagroup.at