Rückläufiger Markt zwingt UPM zu Restrukturierung

Veröffentlicht am: 03.09.2020

Die sinkende Nachfrage nach grafischen Papierenund ein absehbar schwächeres Wirtschaftswachstum – verstärkt durch den Lockdown in Folge von Covid-19 – erfordern umgehende Maßnahmen zur Sicherung der Leistungsfähigkeit von UPM Communication Papers. Während es nach Beendigung der Lockdowns erste Signale einer Normalisierung der Nachfrage gibt, bleibt der Ausblick unsicher und hat sich weltweit weiter verschlechtert.

Die Wettbewerbsfähigkeit aller Geschäftsbereiche hat für UPM höchste Priorität. Das bedeutet vor allem, Produktionskapazitäten an die Kundennachfrage anzupassen und die Effizienz in der Produktion und der Verwaltung zu erhöhen. Deshalb plant UPM Communication Papers die dauerhafte Schließung der Papierfabrik Kaipola in Finnland bis spätestens Ende 2020. Betroffen sind etwa 450 Arbeitsplätze. Die Schließung wird zu einer dauerhaften Kapazitätsreduzierung von jährlich 720.000 Tonnen grafischer Papiere führen. Davon entfallen 450.000 Tonnen auf den Bereich Zeitungsdruckpapiere und 270.000 Tonnen auf den Bereich gestrichene holzhaltige Papiere. „Dies sind verheerende Nachrichten für unser Werk in Kaipola. Der Standort verfügt über kompetente Teams und gut laufende Maschinen. Leider führen externe Faktoren wie hohe Logistikkosten, regulatorische und steuerliche Lasten, im Vergleich hohe Lohnkosten und steigende Faserkosten dazu, dass das Werk das am wenigsten wettbewerbsfähige unter den verbleibenden UPM Standorten ist“, sagt Winfried Schaur, Executive Vice President, UPM Communication Papers.

Außerdem plant UPM Communication Papers die Reorganisation und Verschlankung seiner Teams in Europa und Nordamerika. Diese Pläne würden voraussichtlich etwa 170 Arbeitsstellen in mehr als zehn Ländern betreffen. „UPM steht nachhaltig zum Papiergeschäft und zum Erhalt der engen Beziehungen zu unseren Kunden. Wir sind davon überzeugt, mit unseren modernen Produktionsanlagen, unseren kompetenten Mitarbeitern und unserer strategischen Ausrichtung auch in Zukunft ein leistungsfähiges und profitables Geschäft mit grafischen Papieren zu betreiben. Der weltweite Markt für grafische Papiere bewegt sich immer noch in einer Größenordnung von mehr als 70 Millionen Tonnen, wovon mehr als 20 Millionen Tonnen auf Europa entfallen. Auch wenn das Geschäft strukturell rückläufig ist, werden Papierfabriken mit wettbewerbsfähiger Kostenstruktur auch in Zukunft profitabel und mit gutem Cashflow arbeiten können“, erklärt Schaur und fährt fort: „In strukturell rückläufigen Märkten bedarf es immenser Anstrengungen, um Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz sowie eine hohe Auslastung unserer Papiermaschinen unter allen Rahmenbedingungen zu sichern. Natürlich haben auch die lokalen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen maßgeblichen Einfluss auf den künftigen Erfolg eines jeden Standorts. Die langfristige Planbarkeit regulatorischer Rahmenbedingungen ist Grundvoraussetzung für Investitionen und Joberhalt.“
Darüber hinaus plant das Unternehmen die Papierfabrik Shotton in Großbritannien zu verkaufen. Das Werk verfügt über eine Produktionskapazität von jährlich 250.000 Tonnen Zeitungsdruckpapieren und liegt in Deeside, Wales. Im Verkauf eingeschlossen ist die Rohstoffsammlung, die Altpapiersortier- und Deinkinganlagen, die Papiermaschine und die Energieinfrastruktur sowie der etablierte Zugang zum UK Altpapiermarkt.
Während UPM Biorefining Maßnahmen zur Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit seiner Zellstoffproduktion und des Forstbereiches in Finnland plant, soll UPM Specialty Papers ein Konzept zur Optimierung der Kostenstruktur in der Spezialpapierfabrik in Tervasaari, Finnland, umsetzen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Die angekündigten Pläne würden zusammen in etwa 840 Arbeitsplätze, vorwiegend in Finland, betreffen und sollen zu Fixkosteneinsparungen von 75 Millionen Euro pro Jahr führen. In 2020 hat UPM bereits die Schließung der Papierfabrik in Chapelle, Frankreich, die Schließung der Sperrholzfabrik in Jyväskylä, Finnland sowie organisatorische Anpassungen im Geschäftsbereich UPM Raflatac angekündigt. Diese Maßnahmen führen zu jährlichen Fixkosteneinsparungen in Höhe von 45 Millionen Euro.

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